PLANUNG
Unterrichtsplanung mit KI: Anleitung + 5 Prompts zum Kopieren
Von Florian · Zuletzt aktualisiert: 20. August 2026 · 9 Minuten Lesezeit
AUF DEN PUNKT
KI kann dir bei der Unterrichtsplanung konkrete Entwürfe liefern: Stundenverläufe mit Phasen und Sozialformen, differenzierte Aufgaben auf mehreren Niveaustufen und Erwartungshorizonte mit Punkteverteilung. Was sie nicht kann: die pädagogische Verantwortung übernehmen – du kennst deine Lerngruppe, prüfst jeden Entwurf und passt ihn an. Gib dabei niemals echte Schülerdaten ein und beachte die dienstliche Freigabe deiner Schule.
Zwischen Korrekturen, Konferenzen und Elterngesprächen bleibt für die Planung oft weniger Zeit, als guter Unterricht verdient hätte. Genau hier kann eine Text-KI wie ChatGPT, Claude oder Gemini entlasten – nicht als Ersatz für deine Planung, sondern als schnelle Entwurfsmaschine, deren Ergebnisse du fachlich prüfst und auf deine Lerngruppe zuschneidest.
Wie plane ich eine Unterrichtsstunde mit KI?
Am zuverlässigsten funktioniert die Planung mit KI in fünf Schritten. Du behältst dabei jederzeit die didaktische Kontrolle – die KI liefert Rohmaterial, keine fertige Stunde.
- Kontext sammeln: Fach, Klassenstufe, Schulform, Thema, Stundendauer und die Lernziele der Reihe notieren.
- Entwurf anfordern: Mit einem konkreten Prompt einen Stundenverlauf mit Phasen, Zeitangaben und Sozialformen erzeugen lassen.
- Prüfen: Stimmen die Inhalte fachlich? Passen Niveau und Tempo zu deiner Lerngruppe? Falsche oder unpassende Stellen markieren.
- Nachschärfen: In Folgefragen einzelne Phasen überarbeiten lassen – zum Beispiel einen anderen Einstieg oder eine zusätzliche Sicherung.
- Anpassen und dokumentieren: Den Entwurf in dein gewohntes Format überführen und die Teile ersetzen, die nur du kennst – etwa konkrete Schülerbeispiele oder den Anschluss an die letzte Stunde.
Wichtig ist die Reihenfolge: Erst den Grobentwurf, dann gezielt nacharbeiten. Wer versucht, alles in einem einzigen Prompt zu regeln, bekommt meist generische Ergebnisse. Iteratives Nachfragen („Mach den Einstieg problemlösend statt wiederholend“) bringt deutlich bessere Ergebnisse.
Was macht einen guten Prompt aus?
Die Qualität der Antwort hängt fast vollständig vom Kontext ab, den du mitgibst. Ein Prompt wie „Plane eine Stunde zu Brüchen“ erzeugt beliebige Durchschnittsware. Dieselbe Anfrage mit Kontext wird brauchbar:
| Angabe | Warum sie wichtig ist | Beispiel |
|---|---|---|
| Fach und Thema | Bestimmt Inhalt und Fachsprache | Mathematik, Bruchrechnung erweitern und kürzen |
| Klassenstufe und Schulform | Steuert Niveau und Methodenwahl | Klasse 6, Gymnasium |
| Dauer | Realistische Phasen und Zeitangaben | 45 Minuten |
| Lernziele | Richtet die Stunde am Kompetenzziel aus | Die Schüler können Brüche auf einen gemeinsamen Nenner bringen |
| Besonderheiten der Lerngruppe | Ermöglicht Differenzierung von Anfang an | große Leistungsspanne, drei Schüler mit Förderbedarf |
Ein guter Prompt benennt außerdem das gewünschte Ausgabeformat („als Tabelle mit den Spalten Phase, Zeit, Inhalt, Sozialform“). Ohne Formatangabe bekommst du Fließtext, den du erst mühsam in deine Planungsstruktur übertragen musst.
5 Prompts zum Kopieren
Die folgenden Prompts decken die häufigsten Planungssituationen ab. Ersetze die Platzhalter in den eckigen Klammern durch deine Angaben und füge sie direkt in deine KI ein.
PROMPT ZUM KOPIEREN
1. Stundenentwurf mit Phasen und Sozialformen
Der Basis-Prompt für einen kompletten Stundenverlauf. Liefert einen tabellarischen Entwurf, den du anschließend gezielt nachschärfen kannst.
Erstelle einen Entwurf für eine Unterrichtsstunde. Kontext: Fach [Fach], Klasse [Klassenstufe], Schulform [Schulform], Thema [Thema], Dauer [Dauer] Minuten. Lernziel: [Lernziel]. Gib den Verlauf als Tabelle mit den Spalten Phase, Zeit, Inhalt und Sozialform aus. Baue einen motivierenden Einstieg, eine Erarbeitungsphase und eine Sicherung mit Ergebniskontrolle ein.
PROMPT ZUM KOPIEREN
2. Differenzierung auf drei Niveaustufen
Wandelt eine bestehende Aufgabe in drei Niveaustufen um – das klassische Anliegen in heterogenen Lerngruppen und im Referendariat (Stichwort Differenzierung im Entwurf).
Differenziere die folgende Aufgabe für [Fach], Klasse [Klassenstufe], Thema [Thema] auf drei Niveaustufen: Niveau A (mit Unterstützung, z. B. Lückentext oder Hinweise), Niveau B (Regelniveau) und Niveau C (Vertiefung mit Transfer). Alle Niveaustufen bearbeiten dasselbe Thema und führen zum selben Lernziel. Aufgabe: [Aufgabe einfügen]
PROMPT ZUM KOPIEREN
3. Erwartungshorizont mit Punkteverteilung
Erzeugt aus deinen Aufgaben einen Erwartungshorizont mit Bewertungskriterien und Punkten – ideal für Klassenarbeiten, Tests und mündliche Leistungsüberprüfungen.
Erstelle einen Erwartungshorizont für die folgenden Aufgaben aus [Fach], Klasse [Klassenstufe]. Für jede Aufgabe: die erwartete Lösung in Stichpunkten, Bewertungskriterien und eine Punkteverteilung, die insgesamt [Gesamtpunktzahl] Punkte ergibt. Formuliere die Erwartungen so, dass auch eine Zweitkorrektur damit arbeiten könnte. Aufgaben: [Aufgaben einfügen]
PROMPT ZUM KOPIEREN
4. Klausur- oder Testentwurf
Erstellt einen ersten Entwurf für eine Klassenarbeit oder einen Test mit abgestuften Anforderungsbereichen. Unbedingt fachlich gegenprüfen – Rechen- und Faktenfehler kommen vor.
Erstelle einen Entwurf für [eine Klassenarbeit / einen Test] in [Fach], Klasse [Klassenstufe], Schulform [Schulform], Thema [Thema], Bearbeitungszeit [Zeit] Minuten. Baue Aufgaben in den Anforderungsbereichen Reproduktion, Transfer und Problemlösung ein, mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Gib zu jeder Aufgabe die Punktzahl an, sodass insgesamt [Gesamtpunktzahl] Punkte erreicht werden können.
PROMPT ZUM KOPIEREN
5. Verknüpfung und Hausaufgabe
Für das Ende der Stunde: eine passende Hausaufgabe oder Verknüpfungsaufgabe, die den Stundeninhalt sichert und auf die nächste Stunde vorbereitet.
Entwickle eine Hausaufgabe zu [Thema] für [Fach], Klasse [Klassenstufe]. Die Hausaufgabe soll den Stundeninhalt [Stundeninhalt] sichern, in höchstens [Zeit] Minuten zu schaffen sein und einen optionalen Zusatzauftrag für schnelle Schüler enthalten. Gib außerdem eine kurze Erwartung an, was in der nächsten Stunde besprochen wird.
Alle fünf Prompts funktionieren mit ChatGPT, Claude und Gemini. Du musst sie nicht wortgleich übernehmen – behandle sie als Gerüst und ergänze, was deine Lerngruppe ausmacht.
Häufige Fehler bei der Planung mit KI
- Zu wenig Kontext: Ohne Fach, Klasse, Dauer und Lernziel bleibt das Ergebnis beliebig. Gib dieselben Informationen, die du auch einer Vertretungslehrkraft mitgeben würdest.
- Ergebnisse ungeprüft übernehmen: KIs machen fachliche Fehler – falsche Rechenwege, veraltete Inhalte, erfundene Fakten. Jeder Entwurf braucht deine fachliche Prüfung.
- Alles auf einmal verlangen: Ein einziger Riesenprompt für Stunde, Material und Erwartungshorizont liefert schlechtere Ergebnisse als mehrere fokussierte Anfragen nacheinander.
- Das Format nicht vorgeben: Ohne Angabe von Struktur (Tabelle, Phasen, Spalten) musst du das Ergebnis selbst umformen – das kostet die gesparte Zeit wieder.
- Schülerdaten eingeben: Namen, Noten oder Beschreibungen einzelner Schüler gehören nicht in die KI. Arbeite mit anonymen Angaben wie „große Leistungsspanne“ oder „zwei Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwäche“.
Datenschutz und Verantwortung
Zwei Grundregeln reichen für den Alltag: Erstens gibst du niemals echte Schülerdaten in die KI ein – keine Namen, keine Noten, keine personenbezogenen Beschreibungen. Zweitens prüfst du, ob der von dir genutzte KI-Dienst an deiner Schule dienstlich freigegeben ist; die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland, Schulträger und Anbieter.
Und bleibt die wichtigste Einschränkung: Die KI kennt deine Klasse nicht. Sie weiß nicht, dass Leon in der dritten Reihe gerade mitarbeitet oder dass die Gruppe nach dem Sportfest müde ist. Unterrichtsplanung mit KI heißt deshalb immer: entwerfen lassen, selbst entscheiden. Genau dafür – und nicht für mehr – ist sie ein starkes Werkzeug.
Häufige Fragen
Funktioniert das mit der kostenlosen Version von ChatGPT?
Ja. Die Prompts in diesem Artikel funktionieren grundsätzlich auch mit den kostenlosen Versionen von ChatGPT, Claude und Gemini. Die Anbieter können die Nutzungslimits ihrer Gratis-Versionen jederzeit ändern – bei langen Planungssessions kannst du an ein Tageslimit stoßen.
Muss ich Schülerdaten eingeben, damit die KI differenzieren kann?
Nein – und du solltest es auch niemals tun. Differenzierung funktioniert mit anonymen Angaben wie „große Leistungsspanne“ oder „drei Schüler mit Förderbedarf“. Namen, Noten oder Beschreibungen einzelner Schüler gehören nicht in die KI.
Für welche Fächer und Schulformen funktioniert die Planung mit KI?
Fächer- und schulformübergreifend. Besonders gut funktionieren textbasierte Planungsaufgaben: Stundenverläufe, Arbeitsblätter, Erwartungshorizonte und Klausurentwürfe. Je spezifischer dein Kontext (Fach, Klassenstufe, Lernziele), desto besser das Ergebnis.
Darf ich KI-Entwürfe unverändert im Unterricht einsetzen?
Du solltest es nicht. KI-Entwürfe enthalten mitunter fachliche Fehler oder passen nicht zu deiner Lerngruppe. Prüfe jeden Entwurf inhaltlich und passe ihn an – die pädagogische Verantwortung liegt bei dir. Rechtliche Vorgaben zum KI-Einsatz prüfst du am besten über die dienstliche Freigabe an deiner Schule.
Florian
erstellt und betreut KI für Lehrer
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